Freitag, 5. Juni 2009

Tierklinik vs. Tierarzt

Tierklinik

Ankunft in der Tierklinik. Ein imposantes Villengebäude in einer recht grünen und schönen Allee. Eine nette uniformierte Empfangsdame, hübsches Ambiente, nur 2 Patienten vor mir. Der Warteraum ist gepflegt, ich teile ihn mir mit zwei Hundebesitzern. Ich fülle den Aufnahmebogen aus und gebe das Beutelchen mit Lokis Hinterlassenschaften ab. Wir warten -nicht sehr lang- und werden dann in einen riesigen Raum gebeten, der durch Raumteiler in verschiedene Untersuchungsbereiche getrennt wird. Eine junge, ebenfalls uniformierte Tierärztin(?) untersucht Loki. Beim Herausholen des Katers aus seiner Transportbox eine überraschte Frage „Was ist denn da mit drin?“ Erstaunen meinerseits – nichts, das ist eine Maine Coon Katze. Auf ihrem informativen Spickzettel, den ihr die Empfangsdame gereicht hat, steht Loki sei eine Hauskatze. Da ist wohl beim Abschreiben etwas schief gegangen…

Ich beschreibe kurz die Symptome, die Ärztin überprüft Bäuchlein und Gebiss, Körpertemperatur und Gewicht, und schlägt eine Blutuntersuchung vor. Der ich -als besorgte und unwissende Katzenmama- natürlich zustimme.

Zurück ins Wartezimmer, 15 Minuten auf die Ergebnisse warten. Alles i.O., außer Giardien im Kot. Dagegen erhalte ich ein Fläschchen "Valbazen 10%", zwei Einwegspritzen und den Hinweis dem Kater 1 x tgl. 1 ml. ins Mäulchen zu spritzen. Das ganze 5 Tage lang, 5 Tage Pause, dann nochmal 5 Tage. Anschließend Kotproben beider (!?) Katzen zur Nachuntersuchung. „Von dem unnötigen Mitbehandeln der anderen Tiere halte ich nichts."

Okay! Ab zur Rezeption, ec-Karte gezückt und schweren Herzens die 134 € schwere Rechnung gezahlt.

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Telefonat mit Karin, sie ist skeptisch, ich auch, der Kater ist auf einmal symptomfrei (ohne Medikamentengabe).

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Tierarzt

5 Tage später Besuch bei einem Tierarzt mit beiden Katzen:

In einer Einbahnstraße mitten in der Stadt steht ein älteres schmuckloses Mehrparteienwohnhaus mit einem unscheinbaren Messingschild neben der Haustür, dass auf den Tierarzt hinweist. Wir klingeln und kommen in ein übliches Bremer Treppenhaus. Neben der Praxis befinden sich mehrere Privatwohnungen in dem Haus. Im Erdgeschoss die Praxis. Das Wartezimmer ist ziemlich voll, die anderen „Patienten“ klären uns auf: Einfach hinsetzen, es geht der Reihe nach. Kein Empfang, keine uniformierte Dame, kein standardisiertes Empfangsprotokoll. Das Ambiente überzeugt nicht so, dafür gibt es VIELE Zeitschriften und an den Wänden hängen Bilder von dankbaren Patienten. Wir warten... Ca. 1,5 Stunden.

Wir kommen in das offensichtlich schon länger nicht mehr renovierte Behandlungszimmer, in dem uns der Tierarzt und seine Frau erwarten. Selbst ohne Empfangsprotokoll erinnern sie sich sofort an meinen anruf und meine Schilderungen. Nach einer kurzen ausführlicheren Beschreibung des Falls kommt die erste Frage: des Arztes: "Und was wollen sie nun hier?" Für ihn ist bereits klar, der Kater ist gesund, das Ergebnis des Schnelltestes war falsch – auch ein falsch positives Ergebnis der Schnelltests scheint nicht ungewöhnlich zu sein. Er fragt nach den Impfpässen und schaut sie sich an, fragt nach den Wurmkuren, wo die Katzen herkämen und empfiehlt die nächste Wurmkur für Spätsommer/Frühherbst. Für folgende Kuren könnten wir dann auch jeweils Kotproben von drei aufeinander folgenden Tagen zur Untersuchung vorbei bringen, wenn sich darin keine Eier befänden, könnten wir uns die Wurmkur schenken.

Er untersucht jede Katze, tastet ausführlich ab, findet leicht geschwollene Lymphknoten am Hals bei beiden und erklärt uns, dass das vermutlich mit dem Zahnen zusammen hängt. Gebiss wird auch untersucht, gewogen werden die beiden, Loki wird eine Probe direkt aus dem Po geholt – das erste Mal eine lautstarke Beschwerde vom Kater! Der Arzt fragt nach Haltung und Fütterung und bezweifelt erneut, dass der Kater Giardien hat. Lilli erntet noch einen kritischen Blick, scheint auf anderer Ebene mit dem Zahnen zu kämpfen – ein bisschen verschnupft, ein bisschen Sekret im rechten Ohr. Säuberungsaktion, Tropfen rein, sollte genügen, ist ohnehin kaum etwas.

Er beruhigt uns und meint, die Katzen wären beide in einem sehr guten Zustand. Wir bekommen noch ein paar Hinweise zum Zeitpunkt der Kastration, dass die beiden sich auf keinen Fall paaren sollten etc. Außerdem seine Handy- und Praxisnummer mit der Bitte, am Donnerstag wg. der Ergebnisse der Kotuntersuchung anzurufen. Dieser Arztbesuch kostete uns zwar mehr Zeit, aber weniger Euros, genauer gesagt 50 €.

Ergebnis: [wörtl. Zitat des TA]: Das können Sie vergessen. Keine Giardien und auch keine anderen Parasiten." Unsere beiden Mäuse sind kerngesund, wenn wir jetzt mal davon absehen, dass ihnen das Zahnen zu schaffen macht.

Fazit: Die Klinik suchen wir höchstens noch in nächtlichen Akutnotfällen auf...

Kommentare:

  1. Kleiner Tipp: Im Notfall gibt es auch Tierärtze in Bereitschaft. Das wird zwar auch teurer, da doppelter Tierarzt-Tarif, aber da sind die Wartezeiten bestimmt kürzer. In der Tierklinik haben die zu viel medizinische Geräte. Als unsere Maus Sonntags vom Dach fiel, sind wir zum Glück zur Bereitschafts-Tierärztin gefahren. Die hat auf Röntgen usw verzichtet, was in der Tierklinik gleich zur Routine gehört hätte. Waren zwar auch über 100,- Euro, aber für Maus weniger Stress. Und ihre Diagnose und medikamente haben gut und schnell geholfen.

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    clomid

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